Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Isolierung und Analyse von neutralisierenden Antikörpern gegen das Hepatitis-C-Virus

Im Rahmen dieses Projektes werden aus dem Blut von Patienten neutralisierende Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus identifiziert, isoliert und analysiert.

Die chronische Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) stellt mit 170 Millionen Infizierten weltweit und etwa 2 Millionen Neuinfektionen pro Jahr eine der führenden Ursachen für Leberzirrhose dar, die in manchen Fällen eine Lebertransplantation erforderlich macht. Die Infektion mit dem RNA-Virus führt in den meisten Fällen zur Entwicklung einer chronischen Hepatitis C, während spontane Ausheilung nur in einem geringen Prozentsatz der akut Infizierten auftritt. Welche spezifischen Wirtsfaktoren jedoch die unterschiedliche Fähigkeit zur Virus-Elimination beeinflussen, ist noch nicht bekannt. Eine frühe Immunantwort durch neutralisierende Antikörper kann hierbei eine entscheidende Rolle spielen.

Die Entwicklung neuer Therapien mit direkt antiviral wirksamen Substanzen (Direct Acting Antivirals, DAA) hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass heute fast jede chronische Hepatitis C geheilt werden kann. Bei einem kleinen Prozentsatz der Patienten versagt die DAA-Therapie allerdings, so dass bei diesen Patienten eine zweite Therapieoption erforderlich ist. Auch ist bislang ist keine passive oder aktive Immunisierung gegen HCV verfügbar. Die Analyse der Immunantwort bei Patienten mit spontan ausgeheilter HCV-Infektion ist daher nach wie vor von großem Interesse.

Ziel des vorliegenden Projekts ist es, die Unterschiede in der Antikörperantwort bei Patienten zu untersuchen, die spontan ausgeheilt sind oder chronisch mit dem Virus infiziert wurden. Um dies zu erreichen, werden Proben von Patienten verwendet, die sich 1978/1979 durch eine kontaminierte Charge im Rahmen einer Anti-D-Rhesusprophylaxe mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert haben. Aus dem Blut dieser Patienten sollen HCV-neutralisierende Antikörper identifiziert, isoliert und analysiert werden.

Diese Analysen können eventuell bevorzugte Antigen-Bindungsstellen aufzeigen und so möglicherweise wichtige Hinweise zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen HCV liefern. Auch der potentielle Einsatz der HCV-neutralisierenden Antikörper als Zweittherapie nach DAA-Therapieversagen wäre denkbar.

 

Mitarbeiter des HCV-Projektes 

Name E-Mail
Anne Olbrich  anne.olbrich@medizin.uni-leipzig.de
Benjamin Michling benjamin.michling@medizin.uni-leipzig.de
Dr. Julia Benckert julia.benckert@medizin.uni-leipzig.de

 

 

 

 
Letzte Änderung: 02.06.2017, 14:57 Uhr
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