Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Mikrobiomprojekt

Durch neue molekularbiologische Nachweismethoden sollen Infektionserreger im Blut von Patienten mit Leberzirrhose bzw. in anderen Körperflüssigkeiten frühzeitig und sensitiv nachgewiesen werden. Zusammen mit der Suche nach neuen Markern zur Bestimmung einer Veranlagung der Patienten oder zur Beschreibung des klinischen Krankheitsverlaufs soll dadurch das Management dieser Patienten verbessert und neue therapeutische Angriffspunkte ermittelt werden.

Abermillionen Bakterien tummeln sich auf und in unserem Körper und bilden das Mikrobiom eines Menschen. Die größte Dichte dieser Mikroorganismen befindet sich in unserem Darmsystem. Neueste Forschungsergebnisse deuten auf eine Verbindung zwischen der Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm und Erkrankungen des Verdauungssystems sowie Stoffwechselerkrankungen hin. Die Ursache dafür ist eine gestörte Darmbarriere, die einen übermäßigen Austritt von Bakterien oder Bakterienbestandteilen aus dem Darm ermöglicht. Bei einem gleichzeitig geschwächten Immunsystem kann dies zu einer Entzündungsreaktion in einzelnen Organen oder im gesamten Körper führen.

Bei Patienten mit Leberzirrhose löst dieser Vorgang zahlreiche Veränderungen aus und erhöht unter anderem das Risiko für schwere Infektionen wie z.B. Bauchfellinfektionen, die sich deutlich negativ auf den Verlauf der Erkrankung auswirken. Der frühzeitige Nachweis dieser Infektionen wird durch die begrenzte Sensitivität der herkömmlichen mikrobiellen Nachweismethode erschwert, so dass aktuell eine Therapie häufig erst verzögert begonnen wird und schwerwiegende Verläufe bis zum Tod des Patienten nicht immer verhindert werden können.

Das Ziel dieses Projektes ist es daher, Infektionserreger (Bakterien und Pilze) im Blut der Patienten und ggf. in weiteren Körperflüssigkeiten wie Bauchwasser (Aszites), Darmsekreten etc. möglichst frühzeitig nachzuweisen. Durch die Etablierung neuer molekularbiologischer Nachweismethoden, die auf dem Erbgut der Erreger basieren, können wir inzwischen u.a. auch Mikroorganismen erfassen, die mit den derzeit verwendeten Kulturmethoden nicht nachgewiesen werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt dieses Projektes besteht in der Suche nach zusätzlichen genetischen Markern (single nucleotide polymorphisms, SNPs) sowie Biomarkern (Zytokine, Granulozytenaktivität, Mikropartikel u.a.), die eine Veranlagung der Patienten mit Leberzirrhose für die Entstehung einer Entzündungsreaktion oder den zu erwartenden klinischen Verlauf dieser Infektion vorhersagen können.

Langfristig soll dadurch das Management der Patienten mit Leberzirrhose verbessert und neue therapeutische Angriffspunkte identifiziert werden.

 

Mitarbeiter des Mikrobiomprojektes 

Name E-Mail
Sandra Krohn sandra.krohn@medizin.uni-leipzig.de
Dr. Cornelius Engelmann cornelius.engelmann@medizin.uni-leipzig.de
Katharina Zeller katharina.zeller@medizin.uni-leipzig.de
Adam Herber adam.herber@medizin.uni-leipzig.de
Dr. Niklas Müller niklas.mueller@medizin.uni-leipzig.de

 

 
Letzte Änderung: 02.06.2017, 14:57 Uhr
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